Freefight

Was ist Free Fight?

Bei diesem in Deutschland noch sehr jungen Sport werden alle Kampfdistanzen, das Treten, Schlagen, Clinchen, Werfen und der Bodenkampf in einem Vollkontaktsport mit möglichst wenig Beschränkungen durch Regeln vereint. Ziel des Free Fight ist es, den Gegner in einem Kampf zu besiegen, bis er durch Abklopfen aufgibt, k.o. geht oder der Schiedsrichter den Kampf abbricht. Im Gegensatz zum klassischen Ringkampf kommt es nicht darauf an, den Gegner mit beiden Schultern aufs Kreuz zu legen. Selbst aus der Rückenlage heraus kann man den Gegner noch besiegen, beispielsweise durch erlaubte Würgegriffe, wie etwa der Judo-Würgegriff, der Headlock (Kopfgriff bzw. Kopffessel) oder der Guillotine-Choke. Hierbei ist es üblich und auch erlaubt, Kleidungsgegenstände zu benutzen: So darf der Gegner beispielsweise mit seinem Hemdkragen oder einem Gürtel gewürgt werden.

Das Training ist sehr umfangreich und fordert vom Trainierenden ein hohes Engagement. Die Wettkämpfe sind gestaffelt vom “Newcomer” (Anfänger) bis hin zu Kämpfen im Rahmen von Galas. Aufgrund der umfangreichen Anforderungen an den Sportler ist eine hohe Trainingsmotivation und -teilnahme Voraussetzung für die Teilnahme am Free Fight.

Anders als z.B. viele Kungfu- oder Karate-Richtungen beinhaltet der Free Fight keine Formen oder Techniken, die nicht in einem Kampf einsetzbar sind.

Es gibt keinen besonderen generationsübergreifenden oder esoterischen Hintergrund. Lediglich das von Bruce Lee entwickelte Kampfkunstprinzip Jeet Kune Do scheint Orientierungswert für die Kämpfer zu haben. Ein Free Fight-Kämpfer muss in allen Distanzen flexibel sein. Schon das Jeet Kune Do setzte sich aus, von Bruce Lee angegeben, 26 verschiedenen Kampfkunststilen zusammen. Free Fight wird immer wieder aufs Neue von einem Kämpfer selbst definiert.

Im Laufe der letzten 30 Jahre haben sich professionelle Free Fight-Veranstaltungen als feste Größe im Kampfsport etablieren können. Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche häufig durch einen Käfig begrenzt. Die Kämpfer sollen im Kampf davor geschützt werden von der Kampffläche zu fallen. Verschiedenen Regeln senken bei bei den Veranstaltungen die Verletzungsgefahr. So sind z.B. sogenannte Headbutts (Kopfstöße) nicht mehr erlaubt. Es wird mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen gekämpft. Diese speziellen Handschuhe dienen aber in erster Linie dazu, sich selber zu schützen und nicht den Gegner. Daher ist die Bezeichnung “Faustschützer” treffender.

In der Regel wird 3 mal 5 Minuten gekämpft. Die meisten Kämpfe werden jedoch vor Ablauf der gesamten Kampfzeit durch Hebel- oder Würgegriffe oder durch KO bzw. TKO entschieden.

Es gibt zur Zeit nur sehr wenige deutsche Kämpfer die international erfolgreich sind. Ein vielbeachtetes Ereignis in der Kampfkunstszene war daher die Veranstaltung “Cage Warriors: Strike Force 6 – UK vs. Germany” in Coventry/Großbritannien am 27. Mai 2006. Dort kämpfte eine inoffizielle, deutsche “Free Fight Nationalmannschaft” gegen eine Auswahl der besten, englischen Kämpfer. Das deutsche Team bestand aus den Sportlern Mario Stapel, Daniel Weichel, Andre Balschmieter, Jesse-Björn Buckler, Cengiz “Mosquito” Dana, Franco “Ortega” De Leonardis und Peter “Yamatodamashii” Angerer. Von sieben Kämpfen konnten das “German Top Team” – zur Überraschung vieler Zuschauer und Kampfsportexperten – vier für sich entscheiden.


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